Change Management keine Frage des Warum

20. Februar 2018

Change Management keine Frage des Warum

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Diese Weisheit, die dem antiken Philosphen Heraklit zugeschrieben wird, ist über 2500 Jahre alt. Da sollte man doch davon ausgehen, dass die Menschheit inzwischen gelernt hat, sinnvoll und konstruktiv mit dem Phänomen der Veränderung umzugehen. Doch weit gefehlt. Studien belegen, dass nach wie vor mehr als 70% der Veränderungsvorhaben in Unternehmen ihre Ziele nicht erreichen. An Wissen mangelt es nicht. Unzählige Bücher und Abhandlungen sind dazu geschrieben und Seminare hierzu durchgeführt worden. Von Kotter bis Doppler bekommen wir die Weisheiten der Veränderung gebetsmühlenartig gepredigt. Das aber nicht allein das Wissen um diese Weisheiten entscheident für eine erfolgreiche Veränderung ist, möchte ich an einem Beispiel verdeutlichen.

Eine der Kernlehrsätze des Change Managements ist, eine nachvollziehbare Geschichte, auch Change Story genannt, zu haben, um die Sinnhaftigkeit der Veränderung für alle Anspruchsgruppen offensichtlich zu machen. Mit einem solchen Briefing starteten wir in ein Fusionsprojekt zweier Unternehmen. Es war klar, dass sich durch die Fusion für die Organisationen und Mitarbeiter einiges grundlegend verändern würde. Der erste Entwurf der Change Story war voll mit Argumenten WARUM die Fusion durchgeführt werden soll. Noch bevor wir uns über weitere Inhalte der Fusionsbegleitung ausgetauscht hatten, haben wir an dieser Stelle sofort interveniert. Denn nicht WARUM sondern WOZU oder WOFÜR sind die Fragestellungen die in der Change Story beantwortet werden sollen. Nur sie ermöglichen es, eine zielgerichtete Vorwärtsorientierung zu bekommen. Die Frage WARUM impliziert linear-kausale Zusammenhänge, mit denen wir in der Naturwissenschaft versuchen, beobachtete Phänomene zu erklären. Die Antworten, die wir im Rahmen von organisatorischen Veränderungen bekommen, lenken den gedanklichen Fokus auf die Vergangenheit und die Gegenwart. „Wegen des Wettbewerbsdrucks“, „wegen der Niedrigzinsphase“ lauten in diesem Zusammenhang die Antworten auf die WARUM-Frage.

Demgegenüber erhalten wir Antworten auf die WOZU oder WOFÜR Fragen, die den Fokus auf die Zukunft ausrichten. „ Neu Märkte erschließen“, „Arbeitsplätze sichern“ sind zukunftsorientierte Antworten, die den Grundstein für erfolgreiche Veränderungen legen. Die Aufgabe von Change Management liegt darin begründet, den Widerstand gegen die Veränderung zu minimieren und Freude und Zuversicht für das Neue zu entfachen. Dabei soll die Energie für das Erschaffen des Zukünftigen aufgewandt werden und nicht für das Bewahren des Bisherigen.

Diese kurze Darstellung soll aufzeigen, dass nicht allein das Wissen um die Notwendigkeit einer Change Story, sondern die Haltung aus der heraus diese entwickelt wird, entscheidend für den Erfolg der Veränderungsmaßnahme ist. Das wussten bereits die Philosophen vor über 2500 Jahren. Auch wir sollten dieses Wissen wieder aktivieren.

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